Runter gehts nach Guillestre durch die Combe du Queyras, immer noch auf der D902, durch eine schöne Landschaft. In Guillestre wird fürs Frühstück eingekauft und kurz hinter dem Refuge Napoleon am Aufstieg zum Col de Vars auf ca 2000m üNN bei angenehmen Temperaturen ist Brotzeit angesagt.
Glücklicherweise hat die Tour de France ab Guillestre eine andere Route als wir genommen, so daß ab Vars wieder die übliche Leere auf den Straßen herscht und man schön fahren kann.
Den Col de Vars runter gibts wieder lecker Kurven. In Jausiers muß man sich entscheiden, wenn man weiter in den Süden will gibts 3 Pässe: Col dAllos, Col de la Cayolle und Col de la Bonnette. Wenn man wie wir noch nie in den französischen Alpen war gibt es kein vertun: Col de la Bonette, nicht der höchste Paß (nur 2715m, der Iseran ist höher) aber mit kleiner Schlaufe der Cime de la Bonette und das ist der höchste anfahrbare, asphaltierte Punkt der Alpen, 2802m üNN. Logisch ist hier ausgiebieger Fotostop und Pause angesagt :-)
Runter gehts durch Camp des Fourches, ein ehemaliges Fort, und eine Schafherde, die nächsten 54km bringen uns von 2800 auf 500m und von angenehmen Temperaturen direkt in die Sauna.
Da hilft nur eins: rauf in die Berge! Der Abzweig nach Beuil ist in St. Sauveur sur Tinee nur in Süd-Nord nicht aber in Nord-Süd-Richtung ausgeschildert und so braten wir erst einmal dran vorbei, dann aber auf der schmalen, kurvigen und leeren D30, zieht uns die Kühle unwiderstehlich an, oder uns hat schlicht ein Hitzekoller erwischt, jedenfalls ist tieffliegen und Rastenkratzen angesagt :-) Oben auf dem Col de la Couillole sind es unter 30 Grad, was im Gegensatz zu St. Sauveur richtig kühl ist.
Wenn die grobe Richtung Gorges du Verdon ist kann man durch den Gorges du Cians oder den Gorges de Daluis fahren, in einem Mopedbuch stand das man den Daluis bitte von Süd nach Nord fahren mögen, weil hier die Straße 2 geteilt wurde und man nur so auf der alten kurvigen Strecke fahren könne. Also sind wir den Gorges du Cians von Nord nach Süd gefahren, was in dem schlauen Buch nicht stand war: auch hier hat man eine gerade neue Strecke durch den Gorges gesprengt hat, aber die alte dem Gorges folgende Strecke nur mit ein paar Findlingen blockiert hat, kein Problem für ein Moped :-) So sind wir zu einer Mittagspause mitten auf der Straße gekommen :-) Die Pause war so auf ca 500m Höhe und entsprechend warm war es auch. In einem altem Tunnel war es schön schattig, aber das Knacken und die hin und wieder fallenden Steinbrösel ließen wirkliche Entspannung nicht aufkommen.
Leider ging es immer weiter runter um bei ca 340m ÜNN auf die N202 zu treffen. Diese sind wir westwärst, in Puget-Theniers haben wir nochmal getankt und beschlossen wegen der Hitze den geplanten Schlenker über die D2211 ausfallen zu lassen und Quatier zu suchen. Vorab gefunden hatte ich zwei Unterkünfte in St. Julien du Verdon (war voll) und St. Andre les Alpes, hier sind wir auch untergekommen. Nach kurzer Rekonvaleszens sind wir überein gekommen, nicht mehr ans Mittelmeer zu fahren, sondern zurück in die relativ kühlen Berge, morgen! Aber jetzt wolln wir, da wir ja schon mal da sind den Grand Canyon du Verdon unter die Räder nehmen .
Und looos...Ab nach Castellane, lecker. Ab hier gehts auf der D952 weiter, klein, kurvig, gut, wenn da nicht dieser Transit vor mir wäre, der jedes Überholen unmöglich macht.... Kurz vor einer Kurve geht er mächtig in die Eisen und ich auch. Er kommt vor dem Bus der aus der Linkskurve auftaucht zum Stehen und ich leg mich auf die Waffel, warum? Noch keine Ahnung! Ich ärgere mich hauptsächlich wärend ich auf den Bus zu rutsche, Norbert sieht mich schon Dellen in den Bus beulen...Auf dem benachtbartem Campingplatz sorgt der Stunt für das Highlight des Tages... Beim Aufheben der W merke ich das das Vorderrad mit schwarzer Pampe überzogen ist, die klebt wie Pech..Norbert kommt von hinten und schimpft Ich sach doch:Pass auf den schwimmenden Asphalt auf! Aahh Jetzt JA!
Bei über 45 Grad weicht auch der beste Asphalt auf...Nach Begutachtung der Schäden: Fahrer nur leichte Abschürfungen, Moped nur krumme Gabel und nen bischen Chromverlust. Versuchen wir die W mit Bordmitteln zu richten was auch zu 80% gelingt. Geradeaus fahren bei leichtem Linkseinschlag, egal erst müssen wir mindestens die kleine Runde über die D25 zu Ende bringen. Das hat doch alles Zeit gekostet und so verschieben wir die Corniche Sublime aufs nächste Mal....
Wieder zurück in St. Andre wird noch kurz der Supermarche überfallen, une Bouteille de Vin Rouge hab ich heute verdient...